Das Baubuch

Dauerprojekt
Dachausbau

Mit dem Dachausbau endet mein privates Provisorium im Erdgeschoss: Das Büro soll ins “Himmelreich”. Eigene Sanitäranlagen sind geplant und werden vom Installateur endlich umgesetzt.

Vorarbeiten wie Toilettenbau, Waschbecken-Unterbau und Fliesenlegen um den Kamin herum sind Eigenleistungen. Jeder Zentimeter ausgenutzt.

Versilbert

Der alte Ziegenstall – letztlich eine Entscheidung zwischen Sanierung und Abriss. Die teilweise abgefaulten Tragbalken mussten geschenkelt, ein Fundament untergezogen werden. Das Heulager war kaum begehbar. Stabile OSB-Platten verstärken jetzt den Ersatz-Dachboden.

Der kleine Raum ist isoliert, ausgebaut und hat ein richtiges Fenster bekommen.

Ganz nebenbei

Endlich wieder Baustelle!

Viel mehr Arbeit als gedacht. Denn aus dem lichtscheuen Betonbunker soll was Besonderes werden.

Und hört beim Mobiliar auf: Gestern war ich mit dem Peugeot-Rutscherle in Lenningen und hab beim Gerüstbauer alte Baudielen besorgt. Die Idee ist, daraus eine rustikale Küchenzeile zu basteln …

Neues Kreativprojekt

Feuer unterm Dach

Ein ganz wesentlicher Moment beim Hausbau ist, wenn der Ofen angeschlossen wir. Für “BurgZwei” war das Anfeuern des Holzofens in der Scheune ein Wendepunkt. Der “Bullerjan” hatte über zwei Jahre unter der Treppe gewartet, bis alle Voraussetzungen für den Anschluss erfüllt waren:

Der Boden musste gefliest und der Holzboden verlegt sein. Zuvor mussten die Balkenfächer hergerichtet sein und einfach alles, was noch Staub und Dreck machen konnte.

Gück bei der Planung: Ich hatte die doppelwandigen Ofenrohere zu früh bestellt.

Gott sei Dank. Denn kurz darauf gab es keine mehr und wenn, dann zu einem horenden Preis. Es hat trotzdem fast ein halbes Jahr gedauert, bis die Ofenbauer Zeit hatten. Letztlich war der Bullerjan im Projekt “warme Scheune” der akleinere Teil.

Scheunen-Galerie und “Spatzennest”

Schwerpunkt nach der Baupause 2020/21 war der Ausbau der alten Scheune. Ein eigenes Projekt im Rahmen der Sanierung des Taglöhnerhauses zur Künstlerpension. Eine Mammutaufgabe, die ich lange vor mir hergeschoben habe: Die kleine Scheune wird im zweiten Bauabschnitt zum Wohnzimmer mit Kleinkunst und Galerie ausgebaut. Schmuckstück ist die neue, großzügige Dachgaube zum Hof – Kommandobrücke für die Leuchtgans “Gertrud”, mit Blick Richtung Kirche.

Unterm Dach ging es lange um die Organisation eines Fluchtweges. Eine Kostenfrage.

Der Raum unterm Dach ist vergleichsweise riesig. Kein gerader Winkel ist vorhanden. Es gibt keine bestehenden Einbauten.

Da im zweiten Pandemie-Jahr kein Handwerker mehr zur Verfügung stand, nutzte ich die Arbeitslosigkeit zum Scheunenausbau. Auch das “Spatzennest” als Atrium auf der zweiten Ebene wird sicher bald fertig. Fehlt noch der Anschluss des Holzofens – Warten auf den Ofenbauer. Und die Elektrik. Die erste Ausstellung ist bereits skizziert.

Ein Folge-Projekt ist der Einbau der “Sommerküche” in der ehemaligen Garage. Dank Corona bereits erprobtes Provisorium. Davor hab ich in der Kleinen Küche oben mit den Gästen “gekuschelt”. Ein Ort der Kommunikation. Mit dem Hygienekonzept ist leider Abstand eingekehrt.

Die Scheune wird zur Wohnzimmer-Galerie

Das Spatzennest als Atrium

Baupause und Neustart 2020/21

Über ein Jahr lang stand die Baustelle still. Grund war ein schwerer Unfall mit Reha. Die Pandemie brachte im Frühjahr 2020 ein Beherbergungsverbot und den Arbeitsplatzverlust. Die Materialpreise steigen ins Sureale: 5 kg Gips für 9,99 Euro!

Handwerksleistungen sind im Bereich Sanierung praktisch nicht mehr zu organisieren. Einerseits. Andererseits steigen die Mieten ins Unermessliche. Da ist so ein gut frequentierter Backpacker mit eigener Wohnung eine durchaus glückliche Investition.

Eine beeindruckende Zeitreise

Wie das auf meiner Baustelle halt so ist: In der Scheune wollte ich den Rest meiner Solnhofer Polygonalfliesen verlegen. 3 qm fehlten, weil ich bei der Lieferung vor 3 Jahren die Platten mit den schönsten Einschlüssen einfach an nette Menschen verschenkt habe. Ging nicht anders. Also bin ich spontan ins Altmühltal gefahren, hab die Kamera eingepackt und mich in den alten Steinbrüchen um Solnhofen auf eine beeindruckende Zeitreise begeben.

Unglaublich – und ziemlich kostspielig: Die Fliesen selbst kosteten nur 10 € / qm.

Unterwegs hat der Ostalbkreis den Führerschein kassiert. 50er-Zone auf der vierspurigen Umgehung. Ich hab mit 90 in die Landschaft geträumt.

Auch beim Holzboden war`s eng: Die übrigen Bretter aus der Stube im Erdgeschoss sollten verarbeitet werden. Die hab ich erst mal ausgelegt und festgestellt: Auch da fehlen 5 qm.

Es hat eine halbe Ewigkeit gedauert, bis der Zimmerer die 28-mm-Fichten-Dielen herbekommen hat.

Dazwischen lagen eine zweite große OP, Corona und ein neuer Job. Außerdem die Vorstellung, dass noch vor dem ersten Schnee in der Scheune der Bullerjan aufgestellt und zünftig angefeuert werden sollte.

Fast fertig: Den Holz-Boden in der Scheune hat mein Bruder verlegt, solange ich auf Krücken durch die Baustelle gehumpelt bin. Fliesenlegen ging im Sitzen. Katz Stups hat im Ausgleichsbett ihre Spuren hinterlassen (beinahe ein eigenes Kunstwerk). Die Solnhofer müssen noch imprägniert werden. Zwischen den Jahren ist genügend Zeit. Der Kaminbauer weiß Bescheid. Warten wir`s ab.

Wohnen im 1.OG

Das 1. Obergeschoss mit zwei späteren Gästezimmern, einer eigenen Toilette und der Gästeküche entstand zuerst.

Erst privat – dann Gästezimmer

Mammutprojekt Küche

Die Fassade

Ich hatte ein ganz klares Bild im Kopf, wie die Außenhaut meiner Herberge aussehen sollte: Eine Holzverschalung – schlicht aber gut gearbeitet. Pflegeleicht. Ein handgearbeiteter Außenputz ohne Schnörkel.

Gegen die Widerstände der Handwerker habe ich meine Sibirische Lärche mit filigraner Deckelschalung.

Der Maurer hatte keine Lust auf Experimente mit Trassputz – nass in nass. Aber er hat mir gezeigt wie`s geht. Noch ein Mamutprojekt: Runde Ecken statt Kantenverstärker. Spritzputz und Besentechnik statt Netz und 5 Schichten. Sieht aus wie früher. Und passt ins Bild!

Schlichte Holzschalung

Handarbeit Trassputz

Der Dachausbau stockt

Ich bekomme seit über einem Jahr keinen Sanitärhandwerker ins Haus. Klar gibt es trotzdem genügend zu tun.

Trotzdem schade. Unterm Dach entsteht endlich mein eigener privater Bereich. Aber ohne Wasseranschluss und Kanalentlüftung geht hier oben nichts vorwärts.

Unterm Dach wird`s privat

Ein kleines Atrium, drei Gibel mit altem Fachwerk und ein großes Dachfenster zur Talseite zaubern eine wunderbare Atmosphäre. Unterm Dach entsteht derzeit ein neuer Wohnraum mit Arbeitszimmer und innenliegender Glasfassade.

Die private Seite von “BurgZwei”. Das Projekt hat seinen Namen übrigens von der Hausadresse: am Burgberg 2.

Ein neues Dach

Ein letzter Hagelschlag und jede dritte Dachpfanne war kaputt. Gott sei Dank waren die Zimmerer schon beauftragt. Das neue Dach stand drei Monate später.

Unterm Dach lag seit Jahren Linoleum. Darauf standen Eimer, die das Tropfwasser auffingen. Die Bausubstanz war nach 15 Jahren Leerstand in Gefahr.

Projektstart 2017 – mitten im Felsengarten

Die Lage ist einmalig – die Substanz besser als gedacht. Mit dem Gerüstbau veränderte das ortsprägende Gebäude am Zugang zum Burgberg schlagartig sein Gesicht. Ab sofort ist hier Baustelle!

Die Stützmauer –  aus Tuff und Feldsteinen gelegt – wurde in Handarbeit ausgebessert, ausgemauert, mit Spritzputz und einem neuen Kalkputz mit Besenstrich versehen.

Der Tuff im Erdgeschoss darf “atmen”. Die rustikale Holzfassade im oberen Teil fasst 40 cm Faserisolierung. Sie ergraut mit Zeit und Wetter – wie die Bauherrin eben auch. 

Mein aufrichtiger Dank an die Handwerker, die`s Häusle genauso mögen wie ich – und nicht an der Schwelle wieder umdrehen. Und meinen Bruder – dem treuen Meister der Silikonfuge!

Üble Ameisenplage!

Im Erdgeschoss

Mit neuen Ver- und Entsorgungsleitungen, solider Stahlbetonplatte im gesamten Erdgeschoss, gestreicheltem Estrich und handgearbeitetem Kalk-Innenputz. Die Bausubstanz wird behutsam im alten Stil saniert.

Vorzeigestück ist das große Bad mit Solnhofener Natursteinfliesen. Der Zugang ist barrierefrei. Eine Herausforderung war der Brückenbau an der Zufahrt. Auf die Sanierung des alten Gewölbekellers freue ich mich ganz besonders. Und auf den ersten Schluck Sekt an der Keller-Bar dort. 

Das Badezimmer vorher und nachher

Der Hausflur vorher und nachher

Büro und Schlafzimmer vorher und nachher

Bauen im Dialog

“Marie`s Stüble” und das “Obama-Zimmer” im Obergeschoss atmen den Charme des alten Hauses: einfach aber urgemütlich.

Die Inneneinrichtung: schlicht und immer eine Mischung aus Alt und Neu. Bei allem geht es mir um Wertschätzung für Materialien und Möbel: Second Hand, Alan und wiederverwertetes altes Baumateril.

Die beiden Gästezimmer haben längst ihre Liebhaber unter den Gästen.

Aus dem früheren Bad wurde in Eigenbau eine kleine Küche mit Durchreiche zur Scheuer. 

Das alte Haus bestimmt selbst, wie`s mal aussehen will. Manchmal habe ich das Gefühl, es spricht mit mir … ein gutes Gefühl! Und es ist spannend zu sehen, mit welchem Material und mit wieviel Geschick die Handwerker früher gebaut haben. Beim behutsamen Abtragen habe ich am meisten gelernt.  

Der Garten – ganz nebenbei

An der ehemaligen Gastwirtschaft, Brauerei und Bar “Hoher Felsen” Richtung Münsingen wurden Nebengebäude abgerissen. Die Seeburger Tuffsteine versanken achtlos in der Baumulde. Steinhauer Lui (über 90 Jahre alt und ein Baum von einem Kerl) inspizierte den Inhalt und meinte: “Die holst Du Dir – aber vorher fragen!”

Kofferraum für Kofferraum wanderte das Seeburger Kulturgut an den Burgberg und wurde dort an der grauen Betonmauer zum Garten hin hochgeschichtet. Ein wahres Idyll, direkt am Grafensteig.

In der Pandemie war hier die Besucherfrequenz um ein Vielfaches gestiegen. Dazu die Schaftriebe. Der Wanderweg glich einer Woodstock-Rutsche und war gefährlich. Mein eigener Sturz kostete mich zwei Jahre. 

Statt Muskelaufbautraining im Sportstudio schnallte ich den Rucksack um, kraxelte mit den Wanderstöcken zum Ehrenmal hoch und sammelte dort flache Kalksteine für den Wegebau im Garten ein. In Dauerschleife. 

Auf der Baustelle auf Balken balancieren – davor hatte ich nach dem Sturz lange Angst. Also zunächst kein Dachausbau! Die beste Bauzeit verstrich ungenutzt. Davon profitierten die Außenanlagen.

Der schmale Gartenstreifen zum Nachbargrundstück hin nahm die Erde vom Aushub im Erdgeschoss auf. Aus Laichingen von meiner Nachbarin erreichte mich in Kisten und Eimern Setzware, die in direkter Linie aus dem Garten meiner verstorbenen Mutter stammten. Sie hatte die Pflanzen aus dem Bauerngarten meiner Großmutter. So schließt sich der Kreis.

Ich liebe meinen bunten Bauerngarten – die Wildbienen und Schmetterlinge im Sommer. Inzwischen gibt es am Berg Schattenmorellen, Zwetschge und Apfel – sofern die Wühlmaus es zulässt. 

Der Seeburger  Wunschaum

Gleich im ersten Winter gab es Schneebruch. Der alte Apfelbaum am Hang wurde bei Wind und Wetter aus dem Boden gedreht und umgeworfen. Schade drum!

Gleich nebendran wächst jetzt ein wilder Nussbaum. Was für eine schöne Überraschung.

Der alte Kamerad sollte eine neue Aufdgabe bekommen: Mit Corona kam mir die Idee, die Äste an den Bauzaun vorm Haus zu binden und einen “Wunschbaum” daraus zu machen.

Erst kümmerlich – dann viel bewundert. Bald hingen die Äste mit tausend bunten Bändern voll. Der “Seeburger Wunschbaum” hat einen eigenen Eintrag auf der Google Map als besonderes Foto-Motiv (nicht von mir – ich schwöre!). Ich bekomme soviel begeisterte Kommentare!

Die Spar-Baustelle

Die einen wundern sich, warum Frau mit über 60 noch die Ärmel hochkrempelt und selber tage- und nächtelang saniert. Die anderen denken: soviel Eigenleistung hat die doch gar nicht nötig, als Journalistin. Pures Kopfkino! 

Seit Baustart war ich ebenso oft ohne eigenes Einkommen wie angestellt. Die Baupreise sind schon zum Start des Projekts dermaßen explodiert. Handwerker waren für den Altbau von Anfang an kaum zu bekommen. Das bißchen Rente, Erbe, Erspartes und Kredit waren schnell aufgebraucht. Die blaue Knutschkugel vorm Haus hat inzwischen mehr Dellen als Blech und immer noch keine Anhängerkupplung!

Immer wenn`s eng wird – das ist regelmäßig der Fall – überrascht das Häusle mit neuen Möglichkeiten. Ein Liebhaberstück, das einer kreativen Bauherrin viel Freude bereitet. Und manch einer am Ort hat sich anstecken lassen… 

Meine Hausgäste wissen die ganz besondere Atmosphäre oben am Burgberg zu schätzen. Immer wieder begeistern sich Spaziergänger am Baufortschritt. Einige davon sind regelmäßig zu Besuch, um die Baufortschritte zu begutachten. Das Lob von Handwerkern unter meinen Gästen bedeutet mir viel!

Die ersten Kulturprojekte wie “Camera Obscura”, “Corona-Wunschbaum” oder die Spendenaktion mit meinem “Älbler Kult-Bäpper” für das Kinder- und Jugendhospiz in Reutlingen geben der Künstlerherberge schon während der Bauphase Kontur.